Besuch des Deutschen Soldatenfriedhofs in Ysselsteyn bei Venray/NL
Ysselsteyn. Otto Fricke, dessen Großvater in Russland gefallen ist, folgte einer Einladung des Präsidenten des Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge e.V., Reinhard Führer, zu einem Besuch des Deutschen Soldatenfriedhofs in Ysselsteyn, Niederlande.Â
 Dieser Soldatenfriedhof ist der zentrale Bestattungsort für gefallene Deutsche im zweiten Weltkrieg in den Niederlanden.  Hier ruhen 85 Gefallene des Ersten Weltkriegs, die aus Maastricht hierher umgebettet worden sind. Während des Zweiten Weltkriegs sind mehr als 32.000 deutsche Soldaten in den Niederlanden gefallen. Sie alle wurden nach dem Krieg von der niederländischen Regierung auf diesen zentralen Friedhof umgebettet.Â
 Obwohl Otto Fricke grenznah wohnt, war es sein erster Besuch in Ysselsteyn. Dieser Ort habe eine starke Wirkung, wenn man im Zentrum steht und dieses Gräberfeld um sich herum sieht, waren sich alle Besucher des Friedhofs einig. Â
"Wenn jemand fragt, wozu wir ein geeintes Europa brauchen, so sollte er hierher kommen und diesen Ort besuchen", so Fricke tief beeindruckt.Â
 Ysselsteyn ist neben Friedhof auch ein Jugendbegegnungsstätte, in der sich vor allem deutsche und niederländische Schüler treffen und gemeinsame Projekte verwirklichen. Obwohl Niederländer gern in Deutschland und Deutsche ebenso gern in den Niederlanden Urlaub machen, gilt das Verhältnis der Nationen vielfach noch als gespannt. Durch die Begegnungen der Jugendlichen sollen sich die Beziehungen noch weiter normalisieren. Dabei sollen die  Schülerinnen und Schüler durch ihre Arbeit auf dieser  Kriegsgräberstätte und ihren Aufenthalt im Ausland einen Beitrag zum Frieden und zur internationalen Verständigung leisten. Sie sollen sich angesichts der Kriegsgräber mit der Vergangenheit auseinandersetzen, sich der Auswirkungen von Krieg und Gewaltherrschaft bewusst werden und durch die Begegnung mit der Bevölkerung, insbesondere mit jungen Menschen, gegenseitiges Verständnis entwickeln und damit Vorurteile abbauen.Â
Das Ehepaar Voigt das Ysselsteyn verwaltet, lebt im Camp den Jugendlichen diese Völkerverständigung vor. Herr Voigt stammt aus Deutschland und Frau Voigt aus den Niederlanden. Frau Voigt leitet die Jugendbegegnungsstätte, Herr Voigt ist für den Friedhof zuständig. Frau Tarcica Voigt wurde am 12. Juni durch den Botschafter Dr.Â
Thomas Läufer das "Verdienstkreuz am Bande" überreicht. Frau Voigt, hat seit der  Aufnahme ihrer Tätigkeit in Ysselsteyn einen außerordentlich großen Beitrag zur Aussöhnung zwischen Niederländern und Deutschen geleistet.Â

