Etwas bessere Haushaltszahlen sind Bestätigung und Verpflichtung zugleich
BERLIN. Zu den Berechnungen des Kieler Instituts für Weltwirtschaft (IfW), die
gegenüber der Planung bessere Haushaltsabschlüsse für die Jahre 2010 und 2011
prognostizieren, erklärt der parlamentarische Geschäftsführer und
haushaltspolitische Sprecher der FDP-Bundestagsfraktion, Otto FRICKE:
Nach allen bisherigen Berechnungen wird der Bundeshaushalt 2010 im Vollzug weit
besser abschließen als gedacht. So käme ein erwarteter Abschluss der
Nettokreditaufnahme im Haushaltsvollzug mit den vom IfW prognostizierten 48
Mrd. Euro fast in den Bereich einer Halbierung der noch im März dieses Jahres
befürchteten 80,2 Mrd. Euro. Diese Entwicklung ist hauptsächlich der positiven
konjunkturellen Entwicklung, insbesondere in unserem Lande zu verdanken. Aber
nicht nur das starke Wirtschaftswachstum, sondern auch die von der Koalition
praktizierte Haushaltsdisziplin sind die Grundpfeiler einer solchen
Entwicklung.
In der Haushaltspolitik ist nur erfolgreich, wer nach den Prinzipien des
vorsichtigen Kaufmannes handelt. Daher sollte man sich, nach diesen Prinzipien
handelnd, lieber am Ende eines Jahres positiv überraschen lassen, als
feststellen zu müssen, zu viel versprochen zu haben.
Dies gilt auch für den gerade verabschiedeten Haushalt 2011, für den das IfW
eine Verbesserung gegenüber der Haushaltsaufstellung um weitere 4 Mrd. Euro zum
Ende des Jahres 2011 prognostiziert.
Diese Aussichten dürfen jedoch nicht darüber hinwegtäuschen, dass wir immer
noch mit einer Rekordneuverschuldung umzugehen haben. Wir müssen weiter hart
daran arbeiten, die schwere Hypothek von 11 Jahren SPD geprägter Finanzpolitik
Stück für Stück abzutragen. Zugleich sollten aber, gerade nach dem
Weihnachtsfest, all diejenigen gewarnt sein, die glauben, die Prognosen ließen
in 2011 neue "Geschenke" zu. Wir haben nicht mehr Geld sondern nur etwas
weniger Neuverschuldung. Einzusparen bleibt auch in 2011 eine der wichtigsten
Aufgaben der Politik und das nicht nur auf der Bundesebene.
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