Keine Anleiheaufkäufe durch den EFSF auf dem Sekundärmarkt
BERLIN. Zu der wieder aufgeflammten Debatte um geeignete
Instrumente für Nothilfen in der Eurozone durch den EFSF und den zukünftigen
ESM erklären der europapolitische Sprecher Michael Link und der
haushaltspolitische Sprecher und parlamentarischer Geschäftsführer der
FDP-Bundestagsfraktion Otto Fricke:
Die Diskussion über flexible Instrumente für die Finanzierung der Defizite
Griechenlands geht am Kern des Problems vorbei. Wir brauchen jetzt ein klares
Signal an die Märkte und eine langfristig tragfähige Perspektive für die
griechischen Staatsfinanzen sowie Wachstumsimpulse. Daher müssen endlich
Lösungen gemeinsam mit den privaten Gläubigern gefunden und die
Haushaltsdefizite der Schuldenstaaten deutlich reduziert werden. Eingriffe in
den Markt und Preisverzerrungen wie sie mit dem Aufkauf von
Sekundärmarktanleihen und der Finanzierung durch Eurobonds verbunden wären,
verlagern jedoch nur die Probleme und setzen Fehlanreize. Solche zentralen
Schuldenrückkaufprogramme der Eurozone führen direkt in die Gemeinschafshaftung
für die nationalen Haushalte. Diese lehnen wir aus verfassungsrechtlichen,
europarechtlichen und ökonomischen Gründen ab. Dies gilt für
Sekundärmarktankäufe genauso wie für die erneute Diskussion um mögliche
Eurobonds. Der Beschluss des Deutschen Bundestages vom 17. März 2011 ist
eindeutig und nach wie vor gültig.
Das im EU-Vertrag verankerte Verbot der Haftungs- und Schuldenübernahme unter
Mitgliedern der Eurozone muss weiter respektiert werden. Dies ist und bleibt
die Voraussetzung für europäische Solidarität durch vorübergehend gewährte
Darlehen. Nur so wird das Prinzip der nationalen Eigenverantwortung bei den
Staatsfinanzen gewahrt. Dies ist einer der Grundpfeiler der Europäischen Union,
den wir nicht antasten dürfen.
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