Sozialisierung der Haftung ist keine Lösung der Verschuldungskrise
BERLIN. Zu den Überlegungen der EU-Kommission, die Staatsschuldenkrise in der
Eurozone durch die Einführung von Eurobonds zu bewältigen, erklären der
Parlamentarische Geschäftsführer und haushaltspolitische Sprecher Otto FRICKE
und der europapolitische Sprecher der FDP-Bundestagsfraktion Michael
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Die Vorschläge der Kommission, das Vertrauen der Märkte über die Einführung von
Eurobonds zurückzugewinnen, löst keine Probleme. Bei diesem Modell droht
vielmehr ganz Europa in den Schuldensumpf gezogen zu werden. Dank der klaren
Haltung der FDP konnte die Bundesregierung bisher die Einführung von Eurobonds
verhindern, denn:
1. Eurobonds bedeuten eine Vergemeinschaftung der Verschuldung in der Eurozone.
Damit müsste Deutschland gesamtschuldnerisch für sämtliche damit aufgenommenen
Kredite anderer Staaten haften.
2. Eurobonds würden die Zinsen, die Schuldensünder für ihre Staatsanleihen
zahlen müssten, reduzieren. Dadurch würde der Druck zur Sanierung maroder
Staatshaushalte genommen werden. Bei Italien war das ja gerade gut zu
beobachten. So würde der einzige Mechanismus ausgehebelt, der Regierungen
effektiv und automatisch dazu motiviert, ihre Verschuldung zu verringern und
glaubhafte Wirtschaftsreformen umzusetzen. Die Erfahrung mit dem dutzendfach
gebrochenen Stabilitätspakt zeigt, dass auf interpretationsfähige Pakte weniger
Verlass ist, als auf die Wirkung risikogerechter Marktzinsen.
3. Deutschland würde der Verlust seines Topratings AAA drohen, da das Risiko
der schwächeren Volkswirtschaften der Eurozone dann faktisch in den
Bundeshaushalt übernommen würde. Hierdurch drohen höhere Zinskosten für Bund,
Länder und Gemeinden.
4. Eurobonds halten wir für verfassungswidrig, da sie einen unbegrenzten
Eingriff in das deutsche Budgetrecht bedeuten und damit das Demokratiegebot
verletzt würde.
SPD, Grüne und die Linke möchten hingegen Eurobonds unter billigender Hinnahme
dieser evidenten Risiken einführen. Hatte sich Sigmar Gabriel noch von der
klaren Absage des Bundesverfassungsgerichts beeindrucken lassen und seine
Forderungen nach Eurobonds aus der Vergangenheit bestritten, setzt er nun
erneut ganz unverhohlen auf dieses Instrument zur Kollektivierung aller
Schulden auf Kosten Deutschlands. Für dieses klare Eingeständnis des
SPD-Vorsitzenden sind wir dankbar. Diese Politik passt immerhin zur von
Rot-Grün verantworteter Aufweichung des Stabilitäts- und Wachstumspaktes und
der bedenkenlosen Aufnahme Griechenlands in die Eurozone.
Nur mit der FDP als liberalem Korrektiv in der Regierung kann Deutschland daher
auch weiterhin die Vergemeinschaftung der Verschuldung über Eurobonds
verhindern.
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Sozialisierung der Haftung ist keine Lösung der Verschuldungskrisehttp://www.otto-fricke.de/content/sozialisierung-der-haftung-ist-keine-l%C3%B6sung-der-verschuldungskrise